|
Sakramente
Seelsorgliche Wegbegleitung als Angebot
|
|
Das
nebenstehende Bild von Paul Klee trägt den Titel "Haupt-
und Nebenwege".Stichworte wie Patchworkfamilie, Lebensabschnitts-gefährte
machen deutlich, dass es nicht nur im Bild plurale Wege
gibt, sondern auch im Leben.Trotz dieser Vielfalt bleiben
die Fragen menschlicher Existenz für den Einzelnen bestehen:
-
Wer bin ich?
-
Wo komme ich her?
-
Wo gehe ich hin?
|
|
Klee,Paul
Hauptweg und Nebenwege, 1929,90 (R10)
83 x 67 cm
Ölfarbe auf Leinwand auf Keilrahmen; Rahmenleisten
Museum Ludwig, Köln
© VG Bild-Kunst, Bonn 2002
|
In
unserem Pfarrverband möchten wir durch eine Reihe von
Angeboten Menschen die Möglichkeit geben, diesen und
anderen
Lebensfragen unter christlicher Perspektive nachzugehen
und nach Antworten zu suchen.
|
Neben
dem persönlichen Einzelgespräch mit einem Seelsorger, in dem
ganz persönliche und individuelle Fragen besprochen werden
können, bieten wir auch den Kontakt zu anderen Suchenden.
Bibelkreise, Einkehrtage, Vorträge und geistliche Angebote
wie z.B. Exerzitien im Alltag geben hierzu Gelegenheit. Alle
diese Angebote sollen eine Hilfe für den Einzelnen sein, Gott
in seinem Leben zu entdecken.
Ganz besondere Bedeutung kommt dabei den Sakramenten zu, die
in enger Zuordnung zur Biographie Punkte besonderer Gottesbegegnung
sind.
Die
Sakramente - Wegstationen einer Wanderung
Sucht
man nach Bildern für das menschliche Leben, so fallen
einem immer Bilder ein, die das Leben als Weg beschreiben.
Jeder Mensch ist als Wanderer auf seinem Lebensweg unterwegs
und muss sich den Anforderungen stellen: den Kurven, den Höhen
und Tiefen, guten und schlechten Tagen, Gesundheit und Krankheit.
Die
Taufe - der Startpunkt
Fast
80% der Getauften werden im Säuglingsalter getauft. Durch
diese Praxis wird sinnenfällig, dass die Taufe das "Start"-Sakrament
ist. Normalerweise sagt man ja: "Aller Anfang ist klein."
- bei der Taufe ist das nicht so. In der Taufe wird der Täufling
in die Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen. Er
ist mit der Taufe Mitglied einer Pfarrgemeinde und darf auf
die Unterstützung und das Gebet vieler Menschen vertrauen.
Fest
verlassen darf er sich auf die nicht mehr rückgängig zu machende
Zusage Gottes, der sich dem Täufling in der Taufe als Weg
und Lebensbegleiter anbietet und ihm ein Leben über den Tod
hinaus verheißt: ewiges Leben.
Weil
Gott alle Menschen liebt, die Kleinen und die Großen, steht
das Taufsakrament nicht nur Säuglingen offen, sondern Menschen
in jedem Lebensalter, die ihr Leben mit und durch Gott gestalten
wollen.
In unserem Pfarrverband kann die Taufe im Zusammenhang mit einer unserer Sonntagsmessen empfangen werden oder (in aller Regel) am letzten Samstag im
Monat in einer eigenen Feier in einer unserer drei Kirchen. Zur Vorbereitung gehören bei uns ein gemeinsames Eltern- und Paten-Gespräch sowie ein Gespräch mit dem taufenden Seelsorger.
Erste Informationen erhalten Sie in unseren Pfarrbüros.
Die
Firmung - Bestärkung auf dem Weg
Den
Lebensweg zu finden und zu meistern ist keine leichte Aufgabe.
Immer wieder gibt es Anfechtungen und Zweifel - auch im Glauben.
Gott weiß das und deshalb sendet er im Sakrament der Firmung
seinen Heiligen Geist als Stärkung und Bestärkung aus. Gottes
Geist entfaltet sich dort, wo ihm ein Mensch im Glauben begegnet.
Deshalb hat das Sprechen des Glaubensbekenntnisses in der
Firmfeier einen besonderen Stellenwert.
Bei
uns im Seelsorgebereich wird das Sakrament der Firmung ca.
alle 2 Jahre vom Erzbischof oder einem der Weihbischöfe gespendet.
Um sich seines Glaubens zu vergewissern, aber auch um Zweifel
und Fragen zu besprechen, findet ein Vorbereitungskurs statt.
Nähere Informationen bei unseren Seelsorgern.
Die
Eucharistie - Rast in Gemeinschaft
Das
Sakrament der Eucharistie wird im Allgemeinen mit dem Wort
"Kommunion" bezeichnet. In diesem Wort klingt das lateinische
Wort "communio" durch, was soviel wie Gemeinschaft bedeutet.
So wie viele Körner ein Brot werden, so möchte Christus unter
der Gestalt eines Brotes eins mit uns Menschen werden. In
der Feier der Eucharistie wird Christus in den gewandelten
Gaben von Brot und Wein gegenwärtig. In der Feier der Eucharistie
aktualisiert sich das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen
Jüngern gehalten hat, und der Auftrag Jesu: "Tut dies zu meinem
Gedächtnis".
Die
Kommunion wird im Rahmen der hl. Messe empfangen. Vergleichen
Sie bitte dazu unsere Gottesdienstordnung.
Zugleich
besteht die Möglichkeit, dass älteren oder kranken Menschen
die hl. Kommunion nach Hause gebracht wird. Sollten Sie diesen
Wunsch haben, weil sie etwa nicht mehr zur Kirche kommen können,
so wenden Sie sich bitte an unsere Seelsorger oder eines unserer Pfarrbüros.
Der
erste Empfang der hl. Kommunion (Erstkommunion) wird besonders
gefeiert. Alle interessierten Kinder nehmen an einer Vorbereitng teil. Ein Schwerpunkt dieser Vorbereitung ist die regelmäßige Teilnahme an der sonntäglichen Gemeindemesse. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte
an Pastoralreferentin Jessica Lammerse.
Beichte - Umkehr
Bei
einer Wanderung ist es wahrscheinlich jedem schon einmal passiert.
Mal nicht richtig auf die Karte geschaut, mal falsch gedacht
und schon befindet man sich auf einem Weg, der nicht mehr
zum Ziel führt.
Auch
auf dem Lebens- und Glaubensweg machen wir die Erfahrung,
dass manches "schief" geht. Täglich werden wir auf unsere
Fehler, Schwächen und Unzulänglichkeiten aufmerksam. In unserer
tiefen Sehnsucht nach Zuwendung, Vertrauen und Frieden begegnet
uns oft die Erfahrung von Unvollkommenem, von Krieg, Zerstörung,
Trauer und Schuld.
Im
Bußsakrament will Gott einen neuen Anfang setzen. Im Zuspruch
der Vergebung durch Gott erfahren die Beichtenden, dass
ihre persönliche Schuld durch den Tod und die Auferstehung
Jesu Christi vergeben wird. Diese Erfahrung schenkt Trost
und die Ermutigung, durch Versöhnung und das Bemühen um Wiedergutmachung
sein Leben neu anzupacken.
Es
besteht die Möglichkeit, jederzeit mit einem Priester
einen Termin für ein Beichtgespräch zu vereinbaren oder aber
am Samstag um 17 Uhr in die Liebfrauenkirche zum Beichtstuhl
zu kommen.
Ehe
- Gemeinsam geht's besser
Als
Mann und Frau hat Gott den Menschen geschaffen. Mann und Frau
sind aufeinander verwiesen und füreinander bestimmt. Sie sollen
einander Stütze auf dem Lebens- und Glaubensweg sein. Im Eheversprechen
sagen sich die Eheleute gegenseitig zu, dass sie einander
achten und ehren wollen, sowohl in guten als auch in bösen
Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod sie scheidet.
So bezeugen sie voreinander, vor ihren Familien und letztlich
vor der menschlichen Gesellschaft, die dauerhafte Liebe Gottes zu uns
Menschen, die selbst auch noch über den Tod hinaus Bestand
hat.
Zur
Vorbereitung ihrer Eheschließung wenden Sie sich bitte frühzeitig
an eines unserer Pfarrbüros,
damit ein Termin für ein Ehevorbereitungsgespräch mit Ihnen
vereinbart werden kann.
Krankensalbung
- wenn Leben gefährdet ist
Der
Lebensweg ist durch verschiedene Stationen gekennzeichnet:
Überschäumende Energie in der Jugend, Momente, in denen man
meint die Welt aus den Angeln heben zu können, aber auch Schwäche,
Krankheit und Tod gehören dazu. Im Sakrament der Krankensalbung
scheint auf, dass Gott die Zusage "Ich bin bei euch!" auch
angesichts von Krankheit und Tod nicht zurücknimmt. Deshalb
ist auch der oft verwendete Begriff "letzte Ölung" missverständlich:
Gott ist ein Freund des Lebens und er verheißt dieses Leben
auch über Gebrechlichkeit und Krankheit, ja sogar über den
Tod hinaus. Die Krankensalbung wird Menschen in ernsthaften
Krankheitssituationen gespendet und bei Todesgefahr. Dabei
ist es sinnvoll, frühzeitig einen Priester zu rufen.
Denn das Sakrament soll bewusst empfangen werden, damit es in Krankheit und Todesgefahr stärken und zur Heilung beitragen kann. Ansprechpartner zur Spendung der Krankensalbung sind
die Priester unseres
Pfarrverbandes.
Weihe
- Ja zur Berufung
Durch
die Taufe haben alle Christen Anteil an der Sendung der Kirche.
Jeder Christ ist berufen dort wo er im Leben steht, Zeugnis
für den Glauben abzulegen. Gott beruft aber auch Menschen
in seinen besonderen Dienst: als Bischöfe, Priester und Diakone.
In der Weihe erhalten sie den Auftrag und die Vollmacht, auf ihrem weiteren Lebensweg das
Evangelium zu verkünden und durch die Spendung der Sakramente,
die Nähe Gottes zu den Menschen zu bezeugen. Damit dienen
Bischöfe, Priester und Diakone in besonderer Weise der Sendung
der ganzen Kirche, Christus, ihrem Gründer treu zu bleiben.
Wer
für sich die Frage einer geistlichen Berufung klären möchte, der ist zu
einem Gespräch mit einem unserer Seelsorger
herzlich willkommen. Das Gespräch kann helfen, Fragen zur eigenen
Berufung zu klären
Wer sich daneben für einen Beruf in der Kirche, etwa als Gemeinde - oder Pastoralreferentin und -referent interessiert, wende sich bitte ebenfalls an die Seelsorger.
Weitere Informationen zu Berufen in der Kirche erhalten Sie hier.
Tod
Am
Ende des menschlichen Lebens steht der Tod. Für uns Christen
ist der Tod jedoch nicht das endgültige Ziel unseres Lebens
und nicht das "Aus". Vielmehr haben wir in der Taufe Anteil
an einem Leben erhalten, das keine Zeit kennt. Von Gott her
ist uns ewiges Leben verheißen.
Ostern
feiern wir die Einlösung dieses Versprechens. Durch die Auferstehung
seines Sohnes zeigt Gott deutlich, dass die Macht des Todes
gebrochen ist. Christus ist der "Erste der Entschlafenen"
(1 Kor 15,20); durch die Gemeinschaft mit ihm werden wir folgen.
Trotz
dieser Verheißung tun wir recht und gut daran, den Tod eines
Menschen zu betrauern. Schmerzlich empfinden wir den Verlust
eines Menschen aus unserer Familie, Nachbarschaft, Umgebung.
Und dieser Schmerz braucht erst einmal Raum und Zeit, um verarbeitet
zu werden. Nicht ohne Grund spricht man schließlich auch von
einem "Trauerjahr".
Eine
wesentliche Aufgabe der Seelsorge besteht darin, Sterbende
und Trauernde zu begleiten. In einem frühen Stadiums des Sterbens
ist es möglich zusammen mit dem Sterbenden und dessen Angehörigen
die Krankensalbung am Krankenbett zu feiern. Nach dem Tod
werden die Seelsorger in der Regel vom Beerdigungsinstitut
über den Sterbefall informiert. Ein Seelsorger wird sich dann
mit den Angehörigen in Verbindung setzen, um unter anderem die Gestaltung
der Beerdigung und der Exequien zu besprechen.
|